USB-C: was die Angaben auf der Verpackung bedeuten
Der Stecker ist überall gleich, die Fähigkeiten dahinter nicht. Vier Eigenschaften werden unabhängig voneinander angegeben, und nur eine davon sieht man.

Ein Stecker, vier voneinander unabhängige Fragen
Wer zwei Geräte mit USB-C-Anschluss vergleicht, vergleicht zunächst nichts als die Bauform. Was der Anschluss kann, ergibt sich aus vier Angaben, die getrennt gelten und einzeln fehlen können:
- Welche Datenrate die Verbindung überträgt.
- Ob ein Bildsignal über den Anschluss ausgegeben wird.
- Welche Ladeleistung in welche Richtung fließen darf.
- Ob das Kabel all das mitmacht.
Die Datenrate
Die Bezeichnungen der USB-Datenstandards wurden mehrfach geändert, und Produktbeschreibungen halten sich nicht immer daran. Die verlässlichere Angabe ist die Rate selbst, in Gigabit pro Sekunde. Sie steht in den technischen Daten und lässt sich zwischen Geräten direkt vergleichen, ohne die Namensgeschichte zu kennen.
Bildausgabe über Alternate Mode
Ein USB-C-Anschluss kann einen Teil seiner Leitungen an ein fremdes Protokoll abgeben, meist DisplayPort. Dieser Alternate Mode ist eine Eigenschaft des Geräts, nicht des Steckers. Ein Anschluss ohne diese Fähigkeit gibt kein Bild aus, auch wenn ein passender Adapter angeschlossen ist.
Umgekehrt heißt eine vorhandene Bildausgabe nicht, dass jede Auflösung und jede Bildwiederholrate möglich ist: dafür gelten die Angaben zur Bandbreite des jeweiligen Anschlusses.
Ladeleistung und Richtung
Über USB Power Delivery handeln beide Seiten aus, welche Spannung und welcher Strom fließen. Die Spezifikation USB PD 3.1 beschreibt einen Bereich bis 48 Volt und damit bis zu 240 Watt. Das ist die Obergrenze der Spezifikation, nicht die Fähigkeit eines beliebigen Netzteils.
Zusätzlich gilt die Richtung: manche Anschlüsse können nur Strom aufnehmen, manche nur abgeben, manche beides. Auch das steht in den technischen Daten und nicht am Stecker.
Das Kabel
Ein Kabel begrenzt die Verbindung auf das, wofür es gebaut ist. Für hohe Ladeleistungen ist eine Kennung im Stecker vorgeschrieben, für hohe Datenraten eine entsprechende Schirmung und Aderführung. Beides ist von außen nicht zu sehen, und ein kurzes Ladekabel aus einer Zubehörschachtel überträgt oft nichts als Strom in geringer Höhe.
Was daraus folgt
Wenn eine Verbindung nicht das leistet, was erwartet wurde, ist die Ursache in den meisten Fällen keine Störung, sondern eine der vier Angaben, die für die beteiligten Teile schlicht nicht gilt. Die Prüfreihenfolge ist immer dieselbe: Gerät, Gegenstelle, Kabel.
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