Wie DNS funktioniert: vom Namen zur Adresse
Zwischen der Eingabe eines Namens und dem Verbindungsaufbau liegen mehrere Anfragen an verschiedene Server. Was dabei in welcher Reihenfolge geschieht.

Der Ausgangspunkt
Ein Browser kann eine Verbindung nur zu einer IP-Adresse aufbauen. Steht in der Adresszeile ein Name, muss dieser zuerst in eine Adresse übersetzt werden. Diese Übersetzung heißt Namensauflösung, und sie geschieht, bevor auch nur ein Byte der eigentlichen Seite übertragen wird.
Der Ablauf
- Der Browser fragt den Resolver. Vorher sieht er in seinem eigenen Zwischenspeicher und im Zwischenspeicher des Betriebssystems nach. Findet er dort einen gültigen Eintrag, endet der Vorgang hier.
- Der Resolver fragt einen Root-Server. Der Root-Server kennt die angefragte Domain nicht. Er kennt aber die Nameserver, die für die Top Level Domain zuständig sind, und verweist dorthin.
- Der Resolver fragt den TLD-Nameserver. Auch dieser liefert keine Adresse, sondern den Verweis auf den autoritativen Nameserver der Domain.
- Der Resolver fragt den autoritativen Nameserver. Dieser hält die Zone und antwortet mit dem gesuchten Eintrag.
Der Resolver gibt die Antwort an den Browser zurück. Erst jetzt beginnt der Verbindungsaufbau zur eigentlichen Adresse.
Warum der zweite Aufruf schneller ist
Jede Antwort trägt eine Gültigkeitsdauer, den TTL-Wert. Solange sie läuft, speichern Resolver, Betriebssystem und Browser das Ergebnis. Beim nächsten Aufruf entfällt die gesamte Kette, und die Adresse liegt sofort vor.
Das ist der Grund, warum sich eine geänderte Adresse nicht überall sofort auswirkt: alte Antworten bleiben gültig, bis ihre Zeit abgelaufen ist. Wer einen Wechsel plant, senkt den TTL-Wert deshalb im Voraus.
Rekursiv und iterativ
Zwei Rollen sind zu unterscheiden. Der Resolver arbeitet rekursiv: er übernimmt die vollständige Suche und liefert am Ende ein Ergebnis. Die befragten Nameserver antworten iterativ: sie liefern entweder die Antwort oder den Verweis auf die nächste zuständige Stelle, aber sie fragen nicht selbst weiter.
Was dabei sichtbar wird
Eine Namensauflösung ist eine Kette von Anfragen über das Netz. Jede davon kostet Zeit, und diese Zeit liegt vor allem Übrigen. Wo eine Seite langsam zu starten scheint, obwohl die Leitung schnell ist, lohnt der Blick auf genau diesen ersten Abschnitt. Der Begriff dafür ist Latenz, nicht Bandbreite.

