Latenz
Kurzdefinition
Die Zeitspanne zwischen einer Anfrage und der zugehörigen Antwort, üblicherweise in Millisekunden angegeben.
Was gemessen wird
Latenz beschreibt eine Dauer, keine Menge. Gemessen wird üblicherweise die
Round Trip Time: die Zeit, die ein Datenpaket vom Absender zum Ziel und
zurück braucht. Das Kommandozeilenwerkzeug ping gibt genau diesen Wert aus.
Davon zu unterscheiden ist die Einweg-Latenz, also die Dauer in nur eine Richtung. Sie ist schwerer zu messen, weil dafür die Uhren beider Seiten genau übereinstimmen müssen.
Woraus sie sich zusammensetzt
Die Gesamtlatenz einer Verbindung ist die Summe mehrerer Anteile:
- Ausbreitungsverzögerung: Signale bewegen sich in Kupfer oder Glasfaser mit einem Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit. Über große Entfernungen ist dieser Anteil physikalisch nicht zu unterschreiten.
- Übertragungsverzögerung: die Zeit, ein Paket überhaupt auf die Leitung zu schreiben. Sie hängt von Paketgröße und Datenrate ab.
- Warteschlangenverzögerung: Pakete warten in Puffern von Routern und Switches, wenn die Leitung ausgelastet ist. Dieser Anteil schwankt am stärksten.
- Verarbeitungsverzögerung: die Zeit, die Geräte für Prüfung und Weiterleitung brauchen.
Warum Bandbreite die Latenz nicht senkt
Bandbreite und Latenz beantworten zwei verschiedene Fragen: wie viel pro Zeiteinheit übertragen wird, und wie lange ein einzelner Vorgang bis zur Antwort dauert. Eine schnellere Leitung verkürzt die Übertragungsverzögerung, lässt Ausbreitung und Verarbeitung aber unberührt. Bei Anwendungen, die aus vielen kleinen Anfragen bestehen, etwa Videotelefonie oder Fernsteuerung, entscheidet deshalb die Latenz über den Eindruck, nicht die Datenrate.
Jitter
Jitter bezeichnet die Schwankung der Latenz zwischen aufeinanderfolgenden Paketen. Für Sprache und Video ist er oft störender als eine gleichbleibend hohe Latenz: konstante Verzögerung lässt sich durch einen Puffer ausgleichen, unregelmäßige nicht ohne Weiteres.